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II. Ethik-Symposium · 04. - 06. Mai 2001 · Seebad Kühlungsborn

 

Die Abstracts der Beiträge sowie die Hinweise auf die Publikationen in dem Reader: Medizinische Ethik im 21. Jahrhundert. ... Bd. II "Die Kunst des Alterns. Medizinethische Diskurse über den Alterungsprozess in exogener Einflussnahme" finden Sie unter dem Link "Ethik-Forum", zu erreichen über die Startseite der Homepage.

 

Eine Ethik technischen Handelns als gesellschaftliche Herausforderung

(Christian Berg)

  1. Warum brauchen wir eine Ethik technischen Handelns?

  2. Chaos, Kommerz, Kompetenz oder Konsens: Wer entscheidet über technische Probleme?

  3. Welchen Platz hat die Technik im Leben, wenn vieles ohne Technik nicht lösbar, aber Technik allein vieles nicht löst?

 

„We are on the eve of destruction“

Strategien der Zerstörung im Alter

(Jürgen R. E. Bohl)

  1. Welches sind die Ziele von Alterungsprozessen?

  2. Mit welchen Strategien werden diese Ziele verfolgt?

  3. Kann Altern ein produktiver Zerstörungsprozess sein?

 

Gesundheitsökonomie und Altersrationierung (k)ein Thema in Deutschland

(Helmut Brunner)

  1. Existieren ökonomische Zwänge zur Rationierung medizinischer Leistungen?

  2. Ist steigendes Durchschnittsalter der Bevölkerung wirklich der entscheidende Kostenfaktor im Gesundheitswesen oder hat der technologische Fortschritt eventuell sogar einen größeren Anteil an der Kostensteigerung?

  3. Kann und darf Altersrationierung medizinischer Leistungen in Deutschland ein Thema werden?

 

Medizin zwischen Weisheit und Wissen

(Donata Dörfel)

  1. Welche Rolle spielt Lebensweisheit -als individuell biografisch gewachsene Kompensations- und Integrationsfähigkeit- im handlungsorientierten technisch-pharmazeutischen Medizinbetrieb?

  2. Wie können Patienten und Ärzte trotz der von wirtschaftlichen Interessen gefärbten Informationen über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten mündig und aufgeklärt werden?

  3. Wo gibt es Orte der Weisheit im Krankenhaus?

 

Krankheit und Altern

(Ingo Füsgen)

  1. Welche Anforderungen stellt der demografische Wandel unserer Gesellschaft an die Medizin?

  2. Welche Strukturänderungen im Gesundheitswesen sind gefordert?

  3. Reicht es aus, Reformgesetze für das Gesundheitswesen zu verabschieden oder ist hier auch ein Umdenken unserer Gesellschaft gefordert?

 

Krankenversicherung: demografische Szenarien und ökonomische Perspektiven

(Michael Gante)

  1. Wie werden sich die Beitragssätze in der GKV entwickeln, wenn das gegenwärtige Leistungsniveau der kassenärztlichen Versorgung gehalten werden soll?

  2. Wie wird sich das Leistungsniveau der kassenärztlichen Versorgung entwickeln, wenn der Grundsatz der Beitragsstabilität ein gesetzlich verankertes Paradigma der Gesundheitspolitik bleibt?

  3. Welche Perspektiven ergeben sich für die private Krankenversicherung?

 

Zur Salutogenese des Alterns

(Michaela Glöckler)

  1. Was heißt „gesund Altern“?

  2. Welche positive Einflussnahme auf den Alterungsprozess haben Erziehung und Selbsterziehung?

  3. Gibt es ethisch bestimmbare Möglichkeiten, ein gesundes Altwerden schon von Kindheit an zu fördern?

 

Entmystifizierung der Genetik als notwendige Voraussetzung für eine angemessene ethische Evaluation von Gen- und Zelltherapien

(Sigrid Graumann)

  1. Wie realistisch ist die Idee eines quasi ingenieurwissenschaftlichen Krankheitsmanagements durch Gen- und Zelltherapien?

  2. Auf welchen (unreflektierten) wissenschaftlichen Voraussetzungen basieren die Forschungsansätze der Gen- und Zelltherapien?

  3. Inwiefern sind die ethischen Fragen an die Forschungsansätze der Gen- und Zelltherapien vor diesem Hintergrund zu reformieren?

 

Altern zwischen Weisheit und Jugendwahn

(Reimer Gronemeyer)

  1. Wohin ist die Weisheit des Alters entschwunden und kann sie noch gefunden werden?

  2. Was macht eine radikale Marktwirtschaft mit den -vielen- Alten, die ökonomisch nichts mehr bringen?

  3. Wird aus dem Generationskonflikt ein Kulturkonflikt zwischen den Jungen und den Alten?

 

Alt „werden“ oder alt „gemacht werden“

Ageismus: Vorurteile gegen das Alter

(Franz Josef Illhardt)

  1. Wie lässt sich das Alter als eine sehr empfindsame und für das Scheitern bzw. Gelingen des Lebens offene Phase gestalten?

  2. Worin äußern sich Vorurteile gegenüber dem Alter und den alten Menschen und warum sind sie verwerflich?

  3. Woher stammen Vorurteile und wie kann man mit Ihnen umgehen?

 

Erfolgreich Altern - psychologische Aspekte

(Ursula Lehr)

  1. Was ist „erfolgreiches Altern“?

  2. Welches sind die Voraussetzungen bzw. die Gründe für „erfolgreiches Altern“?

  3. Wie wirken die verschiedenen Einflussfaktoren auf Langlebigkeit und Wohlbefinden zusammen?

 

Krankheit und Therapiebedürftigkeit

Anmerkungen über Geld und Macht der „big players“

(Frank P. Meyer)

  1. Warum werden gesunde Menschen durch unbiologische und unphysiologische Grenzwerte in die Nähe von Krankheit und Therapiebedürftigkeit gerückt?

  2. Warum können massive pharmakotherapeutische Interventionen zwar viele Surrogatparameter verändern, aber die Prognose der Patienten quoad vitam kaum verbessern?

  3. Werden es die Ärzte zu Beginn des dritten Jahrtausends lernen, persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erfahrungen zu verknüpfen, um ihre Patienten sowohl rational als auch individuell behandeln zu können?

 

Stellung alter Menschen in der Medizin

(Gerald Neitzke)

  1. Welche Möglichkeiten im Umgang mit Sterbenden lassen deutsches Recht und ärztliches Standesethos heute zu?

  2. Was prägt realiter den Umgang mit Sterben und Tod in der Medizin?

  3. Welche Auswirkungen hat die heutige Form der Medizin auf das Befinden alter Menschen?

 

Zur Rolle der Politik: die Gesetzgebung zwischen ethischen Anforderungen und individuellen Gestaltungswünschen

(Carola Reimann)

  1. Können ethische Mindeststandards für die Gesellschaft definiert werden und ist Gesetzgebung ein taugliches Mittel zur ethischen Grenzziehung?

  2. Wie kann ethische Grenzziehung in praktische Politik umgesetzt werden?

  3. Ist eine ethische Grenzziehung trotz Globalisierung möglich?

 

Die Kunst des Alterns

Lebensverlängerung als technisches, ethisches oder ästhetisches Problem

(Hans-Martin Schönherr-Mann)

  1. Inwiefern ist die Frage der Lebensverlängerung überhaupt ein ethisches Problem?

  2. Ist die Ästhetisierung eines Lebens unmoralisch, sofern es sich deästhetisiert, sprich: altert?

  3. Ek-Sistieren Sittlichkeit und schöne Seelen nur in schönen Körpern?

 

Wahrheit in der Physik und mögliche Folgerungen für die Ethik

(Wolfram Schommers)

  1. Können wir die absolute Wahrheit erkennen?

  2. Kommt die Physik ohne metaphysische Elemente aus?

  3. Ist Ethik ohne Weltbild möglich?

 

Die Heterogenität des Alter(n)s

Die inter- und intra-individuelle Varianz des Alter(n)s als Wechselwirkung zwischen Person und Welt aus der Sicht der sozialwissenschaftlichen Forschung

(Frank Schulz-Nieswandt)

  1. Warum erklärt das kalendarische Altern nicht die Vielfalt der Formen des Alterns und die Vielfalt der Gestalten des Alters? Ändern sich die Gefährdungslagen und Vulnerabilitätsprofile nicht doch im hohen Alter? Was sind realistische Altersbilder?

  2. Wie bestimmen die Entwicklung und Verfügbarkeit personeller Kompetenzen und kontextueller (ökonomischer, sozialer, ökologisch-infrastruktureller u. a.) Ressourcen im Lebenszyklus die Varianz des Alters? Wie müssen die Kontexte des Alter(n)s sozialpolitisch gestaltet werden, um „gelingendes“ Alter(n) zu fördern und zu ermöglichen?

  3. Welche Bedeutung kommt der generationsübergreifenden und altersintegrierenden Kultur zu? Zeichnet sich ein „Krieg der Generationen“ ab? Was sind die zentralen Befunde der Kulturgeschichte und des Kulturvergleichs des Alter(n)s?

 

Menschen, wollt ihr ewig altern

Argumente gegen die exogene Einflussnahme auf den Alterungsprozess

(Rudolf Wegener)

  1. Existiert die Differenzialdiagnose „Alter“ versus „Krankheit“?

  2. Hochbetagte in harmonischer Dualität von Psyche und Soma: Perspektive oder Illusion?

  3. Überlassen wir das Altern den Genen und den Transmittern?

 

Das Alterskriterium beim Therapieverzicht – Empirie, Theorie und Ethik

(Karl-Heinz Wehkamp)

  1. Welche Bedeutung hat das Alterskriterium bei klinischen Entscheidungen zum Therapieverzicht in Deutschland?

  2. Welche theoretischen und institutionellen Voraussetzungen sind bei der Bestimmung einer „Medizin nach Maß“ zu berücksichtigen?

  3. Darf das Alterskriterium bei Therapieverzichtentscheidungen eine Rolle spielen? Wenn ja, welche Bedingungen müssen dann erfüllt sein?

 

Veränderung und Entwicklung – salutogene Ressourcen im Lebenslauf und die soziale Wirklichkeit

(Karl-Friedrich Wessel)

  1. Sind unsere Vorstellungen über das Alter defizitär oder realistisch?

  2. Lassen sich allgemeine Grundsätze für die exogene Einflussnahme auf den Alterungsprozess des Menschen angeben – oder wie nähern wir uns den individuellen Erfordernissen?

  3. Wie komplex sind die exogenen Einflusnahmen auf den Alterungsprozess der Menschen wirklich?

 

Programme gegen Altern und Tod: Körperprojekte angesichts der Furcht vor dem Verlust des Selbst

(Rolf Wirsing)

  1. Wenn Alter ein wichtiges Kriterium persönlicher Identität und sozialer Verortung ist, wie kann mich meine Umwelt spüren lassen, dass ich zum „alten Eisen gehöre“ und was übersehen wir, wenn wir mit ängstlicher Faszination auf die Mängel und Grenzen unseres Körpers und auf die Machbarkeitsfantasien unserer Technik blicken?

  2. Welche im Geheimen durchgeführten Körperrituale und -projekte bieten sich für die erfolgreiche Präsentation unseres Selbst angesichts der Furcht an, dass die natürliche Tendenz unseres Körpers, der zugleich Medium und Nachricht für unser Selbst ist, in Verfall und Krankheit liegt?

  3. Führen Körperprojekte unter der Haut, die das biologische Altern und den Tod des Selbst abschaffen sollen, letztendlich zu einer Abschaffung der biologischen Fesseln unseres Körpers und zu der Übertragung unseres Geistes auf die Hardware des Computers?

 

 

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