IV. Kühlungsborner-Gespräche ·
09. - 11. Mai 2003
·
Seebad Kühlungsborn
Mit
der Weiterführung der im Jahre 2000 begonnenen Kühlungsborner
Symposiums-Trilogie "Medizinische Ethik im 21. Jahrhundert" sollen ab
2003 die so genannten "Kühlungsborner-Gespräche"
deren beredte Fortsetzung bilden, wenn es gilt, Ethik im Sinne von Fairness,
Respekt und Fortschritt sowie Kompatibilität und realisierbarer
Normen für die Medizin und Heilkunde
umsetzbar zu machen. Wie bei jedem guten Vorhaben sind dafür zu unterscheiden Anlass,
Grund und Motiv.
Mag
vordergründig der gegebene Erfolg und die gezollte Wertschätzung bezüglich
der drei bis zum Jahre 2002 durchgeführten Kühlungsborner Veranstaltungen
bereits Anlass genug sein, ein derartiges
Vorhaben fortzusetzen, so ist tiefer liegend der Anlass
und damit direkt verbunden auch der Grund
selbstverständlich ein anderer. Es sind die Fragen nach einem gegenwärtigen
und zukünftig begehbaren Weg für die Medizin und Heilkunde, und d. h.
insbesondere auch nach deren eigentümlichen Ethos. Es ist die maßgebende
Bestimmung und sich stets erneuernde Suche nach der Verantwortung,
Mit-Menschlichkeit sowie der Selbstzwecklichkeit und Unabwägbarkeit der dem
Menschen zukommenden Würde. Es ist das eng mit unserem 'normativen Selbstbild'
verbundene Aufspüren nach den für uns wesentlichen Werten, so im Fortschritt
wie im bedeutungsvoll globalisierenden Vernetztsein, sowie nach dem Sinn, Zweck
und Nutzen moderner Kommunikation und deren damit in eigentümlicher Art und
Weise verbundenen Szenarien. Nicht zuletzt geht es in alledem mitentscheidend
auch um die ökonomische Tragfähigkeit des "Ganzen", das
Wechselwirken von wirtschaftlicher Dynamik und sozialem Zusammenhalt. Dies alles
bildet einen Komplex von Aufgaben, die Anlass
genug für diese besondere Art von "Gesprächen" sind: über die
eigenen Disziplinen hinausgehend, manch traditionelle Grenzen auflösend und
dabei grundlegend diskursiv, institutionell unabhängig, in hohem Maße
seitenbeweglich und in der Konfrontation zusammenführend. Die
"Kühlungsborner-Gespräche" bilden für
diesen Zusammenhang einen kreativen Ort des nachhaltigen Zusammenkommens von Wissenschaft,
Politik, Wirtschaft
und Kultur. Denn es gilt hierfür ein offenes und
auch freies "Denk-Forum" sein zu können, zumal es dabei im Grunde
herauszufinden gilt, welche Medizin und Heilkunde wir für uns eigentlich
wollen, dies sowohl rückwirkend bezogen für unsere Gesellschaft der Gegenwart
als auch vorausschauend weit in das 21. Jahrhundert hinein.
Dieses alles
zusammen und je für sich allein ist Anlass
und Grund
genug für ein weitergehendes ausführliches Gespräch: Gemeint sind die "Kühlungsborner-Gespräche".
So
bleibt noch das Motiv für die "Kühlungsborner-Gespräche"
aufzuzeigen.
Wenn bei dem
vierten Zusammenkommen in Folge maßgeblich auf „Das
Ethos in der Heilkunde - Medizinische Gegenwart und Zukunft“ eingegangen werden
soll, müsste man dem Anspruch nach hier eigentlich alles mit jedem verknüpfen.
Diese Aufgabe kann jedoch keinesfalls ein vorgebliches Ziel sein. Sie ist so
nicht lösbar und es wäre folglich ein keineswegs motivierendes
Vorhaben. Etwas anderes ist es, sofern es für diese Themenvorgabe um das
Entwickeln von Transparenzregeln geht, also eine ständige Aufgabe gemeint ist,
die ethische Fragestellungen von vornherein und grundlegend beinhaltet. Nicht
die Suche nach so genannten objektiven Ordnungen unter Zuhilfenahme der Ethik
und nicht die Beantwortung der womöglich damit verbundenen Frage "Was
sollen wir tun?" ist das Motiv, sondern
vielmehr der 'kategorische Imperativ' zum Kommunizierenkönnen darüber, was
jeweils für richtig gehalten wird: Es ist das erkenntnisleitende Motiv
der "Kühlungsborner-Gespräche", dies im
Allgemeinen und auf die vierte Tagung bezogen im Besonderen.